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Goldrute_Staudenknöterich_Riesenbärenklau_Wiesenbärenklau_Indisches Springkraut
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Springkrautblüten_Springkrautfeld_Springkraut_PICT2867_Springkraut ausreißen

Unsere Pflanzenwelt ändert sich!

 

Die bedenklich invasive Ausbreitung sogenannter NEOPHYTEN -

Neuankömmlinge aus dem Pflanzenreich ferner Länder

 

Die Ausbreitung „exotischer Arten“ ist nahezu weltweit zu einem Problem geworden.


Auch in Österreich gelten inzwischen 27 Prozent der wild wachsenden Pflanzen als Neubürger - als Neophyten. Allerdings wird nur etwa eine von tausend Arten in ihrer neuen Heimat invasiv, das heißt zur Problempflanze.


Interessant ist, dass sich solche Pflanzen aus der alten Welt in der neuen Welt erfolgreicher entwickeln und vermehren als umgekehrt.

 

Die Berg- und Naturwacht möchte hier erneut mit Nachdruck über dieses Problem informieren, das uns generell nicht kalt lassen sollte, da es bereits in kürzester Zeit wohl jeden irgendwie betreffen wird.

 

Viel zu lange Zeit wurde nichts in Hinsicht auf die nachhaltige Eindämmung der invasiven Ausbreitung solcher NEOPHYTEN unternommen.
 
Man versteht unter diesem Sammelbegriff Zuwanderer aus dem Pflanzenreich, also Gewächse die aus dem Ausland eingeschleppt wurden, bei uns aber derart gute Wuchsbedingungen vorfinden, daß sie sich regelrecht explosionsartig ausbreiten und vermehren.

 

Etwa ab der Zeit der Entdeckung Amerikas wurden durch die Erschließung neuer Transportwege absichtlich oder auch unabsichtlich Pflanzen bei uns eingeführt, die unseren Kontinent aus eigener
Kraft nie erreicht hätten.

 

Die Wissenschaft beschäftigt sich bereits mit der Frage, wie gefährlich diese botanischen Zuwanderer wirklich sind oder noch werden können.

Riesenbärenklau - GIFTIG !!!

 

 

 

Das eindrucksvollste Beispiel dafür ist der sehr hübsch wachsende, aber phototoxische Riesenbärenklau, welcher bei Berührung schwere Hautverätzungen verursacht.

 

AUF KEINEN FALL MIT BLOSSEN HÄNDEN ANGREIFEN !!!


Ebenso bereits massenhaft anzutreffen: die Kanadische Goldrute
Kanadische Goldrute
die Goldrute breitet sich an Waldlichtungen aus

Japanischer Staudenknöterich
der Staudenknöterich kommt immer häufiger an Bachufern vor

und der Japanische Staudenknöterich, unter dessen undurchdringlichen Stauden buchstäblich kein Grashalm  mehr wächst !!

 

Was wie Zierpflanzen aussieht, verändert unsere heimische Flora rasant  und nachhaltig !!

 

Besonders üppig und auffallend wuchert das Indische Springkraut.

Indisches Springkraut

Wie andere Neophyten gelangte auch das Drüsige (oder Indische) Springkraut als Gartenpflanze nach Europa.

 

Die einjährige Pflanze bildet Samenkapseln, die durch den Zellsaftdruck gespannt sind. In reifem Zustand springen die Kapseln bei Berührung auf und schleudern die Samen mehrere Meter weit weg. An feuchten Standorten entwickeln sich oft Reinbestände des Springkrauts, in denen praktisch keine anderen Arten mehr vorkommen.

Springkrautblüten mit Samenkapseln
Springkraut wuchert an Wegrändern, Uferböschungen, Waldlichtungen..........

Es ist schattentolerant, wächst bevorzugt an Flußläufen, Bachufern, Wegrändern, überwuchert mittlerweile schon riesige Waldlichtungen und es bildet Massenbestände, die die heimische Vegetation verdrängen !!

Kilometerweite Vorkommen finden sich vor allem an Fließgewässern. Wenn sich am Oberlauf eines Gewässers ein Bestand entwickelt, wird die Art in kurzer Zeit flussabwärts verdriftet. Da sich die Erde durch den Pflanzenbewuchs lockert, ergibt sich hier eine verstärkte Abschwemm-Gefahr.

Springkraut wohin das Auge reicht - als "Bienenweide" ??

 

Die invasive Ausbreitung des Springkrautes ist zu einem über Jahre falsch eingeschätzten Problem geworden, weil es bereits großflächig in naturnahe Lebensräume vordringt und damit die Artenvielfalt massiv gefährdet.

 

Es ist mit seiner Verbreitung bereits eine ernste Beeinträchtigung heimischer Tier- und Pflanzenarten, des Wirkungsgefüges der Natur, wie auch eine wesentliche Veränderung des Landschaftsbildes verbunden.

 


Leider wird es gerne von Imkern als „Bienenweide“ gepflanzt.


In Wahrheit aber schadet es den Bienen mehr, als es ihnen nützt !! Denn durch das lange Blühen der Pflanze lagern die Bienen bis in den Herbst Nektar statt Pollen ein. Im Frühjahr fehlt dann der Brut
der lebenswichtige Pollen !!

Außerdem begünstig das späte Ausfliegen die Verbreitung des gefährlichen Bienenschädlings Varoamilbe !!

die orchideenartigen Springkrautblüten gibt es von weiß bis dunkelrosa

 

 

 

 

Ein weiteres Problem ist die „Bestäuberkonkurrenz“.

 

Sind die Bienen mit den unzähligen Blüten des Indischen Springkrauts beschäftigt, bleibt keine Zeit mehr für unsere heimischen Pflanzen !!


zentimeterdicke, röhrenartige Springkrautstengel

Da diese Pflanze allerdings einjährig ist, wäre eine Bestandsregulierung bzw. Bekämpfung relativ einfach!


Pflegemaßnahmen zielen darauf ab, eine Samenbildung zu verhindern. Ideal ist eine Mahd im Sommer, kurz vor der Blütezeit. Wenn zu spät gemäht wird, können die Samen in den Pflanzen noch ausreifen.

Liegen gelassene Stängel bewurzeln erneut!

Daher sollte das Mähgut sorgfältig entfernt werden. Meist enthält der Boden bereits zahlreiche Samen, weshalb Bekämpfungsmaßnahmen über mehrere Jahre erforderlich sind.


Viele Bestände gehen auf Materialablagerungen bzw Deponien zurück, die Samen des Drüsigen Springkrautes enthielten.

Diesem Ausbreitungsweg sollte künftig besonderes Augenmerk geschenkt werden!

 

Bei Pflegemaßnahmen anfallendes Mähgut muß sorgfältig verwertet werden, damit die Problempflanzen durch Transport oder Kompostierung nicht zusätzlich verbreitet werden.

Eine sachgerechte Kompostierung ist nicht ganz einfach, da eine Temperatur von 70 Grad Celsius notwendig wäre, damit alle Pflanzenteile absterben.

 

Die sicherste Methode ist daher das Verbrennen oder idealer weise die Verwertung in Biogasanlagen!

riesenhafte Springkrautwurzel

 

 

Gemeinden wie Grundbesitzer, aber vor allem wir Naturschützer sollten diesem Problem in den kommenden Jahren verstärkt Rechnung tragen und zu einer wirkungsvollen Eindämmung des Drüsigen Springkrautes tatkräftig beitragen!